Was Iaidō ist
Iaidō übt den Augenblick, in dem das Schwert die Scheide verlässt. Anders als beim Kenjutsu steht am Anfang kein Gegenüber, sondern eine Situation: der Angriff, der noch nicht begonnen hat. Die Form beantwortet ihn in einem Zug — nukitsuke das Ziehen mit dem ersten Schnitt, kiritsuke der entscheidende Hieb, chiburi das Abstreifen des Blutes, nōtō das Zurückstecken, ohne hinzusehen.
Alte Linie, neuer Rahmen
Die beiden in der Schweiz praktizierten Ryūha, Musō Jikiden Eishin-ryū und Musō Shinden-ryū, gehen auf Hayashizaki Jinsuke Shigenobu im 16. Jahrhundert zurück und sind unbestritten Koryū-Linien.
Organisiert sind die Schweizer Gruppen aber über moderne Verbandsstrukturen: neben der Ryūha wird das standardisierte Seitei Iaidō der Zen Nippon Kendō Renmei geübt, nach dem auch graduiert und im Wettkampf bewertet wird. Genau diese Kombination — überlieferte Ryūha plus vereinheitlichtes Prüfungsprogramm — unterscheidet Iaidō von einer Koryū im engeren Sinn.
Wo trainiert wird
Die Clubliste führt der Verband selbst und hält sie aktuell. Neben dem SKI bestehen in der Schweiz Gruppen im Europa-Shibu des All Japan Iaido Verbands und in der Fédération Européenne de Iaï.