Ursprung
Kashima Shin-ryū steht in der Schwerttradition des Kashima-Schreins, jener Region östlich von Edo, aus der mehrere der ältesten japanischen Schwertschulen hervorgegangen sind. Überliefert wurde sie über Generationen in der Familie Kunii; die Verbreitung im 20. Jahrhundert und die heutige internationale Präsenz gehen wesentlich auf Seki Humitake zurück.
Was trainiert wird
Ausschliesslich Kata zu zweit, mit dem Bokutō. Kein Solotraining, kein Wettkampf. Der Lehrplan ist streng gestuft, und jede Stufe stellt eine eigene Aufgabe:
- Kihon Tachi — die Grundformen. Haltung, Schnitt, Verbindung.
- Ura Tachi — Distanz und Timing. Was passiert, wenn die Grundform nicht aufgeht.
- Kassen Tachi — Schlachtfeldtechniken. Der Umgang mit Rüstung, Gelände und mehreren Gegnern.
Dazu treten in der vollständigen Überlieferung weitere Serien sowie waffenlose Anteile (jūjutsu), die dieselben Prinzipien ohne Klinge durchspielen.
Charakteristisch ist die Rolle von Uchidachi, dem angreifenden Partner: Er führt nicht einfach eine Vorgabe aus, sondern trägt die Verantwortung für Timing und Druck. Ohne einen ehrlichen Uchidachi bleibt die Kata leer.
In der Schweiz
Unterrichtet wird Kashima Shin-ryū in der Kenjutsu-Sektion des Shung Do Kwan Budo in Genf — einem Verein, der 1947 gegründet wurde und damit die älteste Kampfkunstinstitution der Stadt ist. Unter demselben Dach wird auch Shintō Musō-ryū Jōdō trainiert.