Herkunft
Kendō ist nicht neben den Koryū entstanden, sondern aus ihnen. Als im 18. und 19. Jahrhundert Bōgu (Rüstung) und Shinai (Bambusschwert) aufkamen, konnten die Schulen erstmals mit voller Kraft gegeneinander antreten, ohne einander zu verletzen. Schulen wie die Hokushin Ittō-ryū von Chiba Shūsaku trieben diese Entwicklung voran und veranstalteten schulübergreifende Wettkämpfe.
Nach der Meiji-Restauration wurden die Regeln vereinheitlicht; aus dem Wettstreit vieler Ryūha wurde eine gemeinsame Disziplin. Deshalb steht Kendō hier: als gendai budō mit unmittelbar koryū-eigener Herkunft.
Was trainiert wird
Grundschule (kihon), Partnerübung, freier Kampf (jigeiko) und Wettkampf (shiai). Getroffen wird an vier festgelegten Zielen — Kopf, Handgelenk, Rumpf und Kehle. Gewertet wird nur, was mit richtiger Haltung, Schnittlinie und Absicht ausgeführt ist: ki-ken-tai-ichi, Geist, Schwert und Körper in einem Moment.
Dazu kommt die Nihon Kendō Kata mit dem Holzschwert — zehn Formen, die die Verbindung zum alten Kenjutsu offenhalten.
Wo trainiert wird
Die Clubliste führt der Verband. Er betreut Kendō, Iaidō und Jōdō gemeinsam und ist an die Zen Nippon Kendō Renmei sowie die europäische und internationale Kendō-Föderation angeschlossen.