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Verwandte klassische Kunst

神道夢想流杖道Shintō Musō-ryū Jōdō

Der Stock gegen das Schwert. Entstanden aus einer Niederlage gegen Miyamoto Musashi — und die einzige Ryūha, deren europäische Geschichte in der Schweiz beginnt.

Gegründet
um 1605
Gründer
Musō Gonnosuke Katsuyoshi
Gattung
Jōjutsu mit Fusionskünsten
Linie Schweiz
Fédération Européenne de Jōdō, 1979 in Genf gegründet von Pascal Krieger (Menkyo Kaiden). Rund zehn Dōjō von Genf bis Zürich — die Liste führt die FEJ.
Verband
Fédération Européenne de Jōdō (FEJ)

Ursprung

Musō Gonnosuke Katsuyoshi war ein erfahrener Kriegskünstler, als er um 1605 in Edo auf Miyamoto Musashi traf und verlor. Nach der Überlieferung zog er sich auf den Berg Hōman in Kyūshū zurück, übte sich in Askese und empfing im Traum die Anweisung: «Halte den Stock und kenne die Schwachstelle des Gegners.»

Was er daraufhin entwickelte, war keine Variante des Bō. Der ist mit rund 128 Zentimetern kürzer als der Stab und länger als das Schwert — genau in jener Zwischendistanz, in der ein Schwertkämpfer seine Reichweite falsch einschätzt. Der Jō lässt sich schlagen, stechen, hebeln und wie ein Schwert führen, und er wechselt diese Rollen mitten in der Bewegung.

Gonnosuke soll Musashi ein zweites Mal begegnet sein. Dieses Mal, heisst es, verlor er nicht.

Was trainiert wird

Der Kern besteht aus 12 Kihon und 64 Kata, durchwegs Jō gegen Schwert. Es gibt keine Solo-Formen im eigentlichen Sinn und keinen Wettkampf: Jōdō ist von Anfang bis Ende Partnerarbeit, in der beide Rollen — Shidachi mit dem Jō, Uchidachi mit dem Bokutō — gleichermassen geübt werden. Wer den Jō lernen will, muss das Schwert verstehen.

Zur Ryūha gehören die Fusionskünste (heiden), die im Lauf der Zeit aufgenommen wurden:

  • Shintō-ryū Kenjutsu — das Schwert
  • Uchida-ryū Tanjōjutsu — der kurze Spazierstock
  • Ikkaku-ryū Juttejutsu — die Eisengabel der Edo-Polizei
  • Isshin-ryū Kusarigamajutsu — Kettensichel
  • Ittatsu-ryū Hojōjutsu — die Fesselkunst

Die Schweizer Wurzel

Europäisches Jōdō beginnt in Genf. Pascal Krieger ging 1969 nach Japan, trainierte bei Shimizu Takaji, dem prägenden Lehrer der modernen Shintō Musō-ryū, und bei Donn Draeger, und erhielt das Menkyo Kaiden — die vollständige Übertragung der Ryūha.

1976 kehrte er in die Schweiz zurück, 1979 gründete er die Fédération Européenne de Jōdō. 2008 erhielt er für seine Verdienste um die japanische Kultur den Orden der Aufgehenden Sonne.

Deshalb ist die Dichte an Jōdō-Dōjō in der Westschweiz aussergewöhnlich hoch — und deshalb sitzen bis heute mehrere Träger des Menkyo Kaiden zwischen Genfersee und Freiburg.

Wo trainiert wird

Die Schweizer Dōjō sind vollständig über die Fédération Européenne de Jōdō erfasst. Ihre Liste ist immer aktueller, als sie hier sein könnte — deshalb verweist koryu.ch darauf.

Wo trainiert wird

Diese Seite führt für Shintō Musō-ryū Jōdō bewusst keine einzelnen Dōjō. Der Dachverband pflegt seine Clubliste selbst und hält sie aktuell — dort steht immer der neuere Stand.

Dachverband

Fédération Européenne de Jōdō (FEJ)

Die Clubliste führt der Verband selbst und hält sie aktuell.

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